Caesarea Maritima

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Eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten des Landes ist Caesarea Maritima, häufig auch nur Caesarea bzw. Cäsarea genannt. Ungefähr 45 km vom heutigen Tel Aviv Richtung Norden entfernt befindet sich der Ort, der einst eine antike Stadt und später eine bedeutende Kreuzfahrer-Festung war. Bereits 25 bis 13 v. Chr. wurde das antike Caesarea im Auftrag von König Herodes erbaut. Die Ausgrabungen in Caesarea sind bis heute nicht abgeschlossen, doch gibt es bereits einiges zu bestaunen an diesem Ort mit seinen römischen Bauten. Beeindruckend sind vor allem die Ruinen des Forums, des Amphitheaters sowie des Hippodroms. Aber auch ehemalige Geschäftsstraßen, Bäder und Paläste lassen sich erahnen. Faszination übt außerdem das römische bzw. herodianische Aquädukt aus, das sich etwa 2 km nördlich des Ausgrabungsgeländes befindet. Es hatte einst die Länge von 6 km und machte die Versorgung der Stadt mit Wasser aus dem einige Kilometer entfernten Karmelgebirge möglich.

File 186Caesarea war Ausgangspunkt für den jüdischen Widerstand gegen die römischen Besatzer, der mit der Einnahme der Festung Massada im Jahre 73 endete. Im Anschluss daran und an die Zerstörung Jerusalems wurde Caesarea Hauptstadt der unterworfenen Provinz Palästina. Die Kreuzfahrer wiederum erreichten den Ort im Mai 1101, befestigten ihn neu und machten ihn zum Zentrum ihrer Herrschaft. Damit hatte Caesarea eine zweite, wenn auch kurze, Blütezeit. Im Neuen Testament wird Caesarea außerdem im Zusammenhang mit dem Apostel Paulus mehrmals erwähnt. Verschiedene Quellen weisen auf einen Aufenthalt Paulus in der Stadt hin, angeblich soll er hier in zweijähriger Gefangenschaft gewesen sein.

Das römische Amphitheater vom antiken Caesarea wird heute für Musik- und Theateraufführungen genutzt. Die archäologischen Stätten wurden zum Nationalpark erklärt, dem Caesarea National Park. In der Nähe befindet sich außerdem die moderne Stadt Caesarea (Keisarija) – eine wohlhabende Stadt voller Villen und einem großen Golfplatz.