Der Islam

Islam, was übersetzt so viel bedeutet wie „Hingabe an Gott“, ist mit mehr als 1 Milliarde Gläubigen neben dem Christentum eine der größten Religionen der Welt. Hauptsächlich findet man Muslime, wie man die Gläubigen nennt, in den Ländern Nordafrikas, Zentral- und Südostasien sowie im Nahen Osten, aber auch in Europa leben immer mehr Muslime. Wie das Judentum und das Christentum ist der Islam eine monotheistische Religion, jedoch glauben die Muslime nicht an die Dreifaltigkeit von Gott und stellen diesen auch nicht da, wie dies im Christentum durchaus der Fall ist. Neben dem Koran als der unverfälschten Übermittlung von Gottes Wort, gibt es die Sunna, die Kommentare, Texte und Handlungen Mohammeds enthält und ebenfalls als Grundlage des Glaubens und Handels geachtet wird.
Grob kann man die gläubigen Muslime in die zwei großen Glaubensrichtungen Schiiten und Sunniten einteilen, wobei die Sunniten mit ca. 80 % der Gläubigen die bei weitem größte Gruppe an Gläubigen sind. Die Trennung entstand schon im Frühislam in Folge eines Führungsstreits nach dem Tode Mohammeds der dazu führte, dass sich die Schiiten von den restlichen Muslimen, den Sunniten, abspalteten. Während die Schiiten nur einen Nachfolger anerkennen wollten, der aus der direkten Familie des Propheten stammt, waren die Sunniten auch mit einem Nachfolger aus dem Stamm des Propheten einverstanden.


Glauben im Islam:
Im Islam gibt es ein aus 5 (für Sunniten 6) Artikel bestehendes Glaubensbekenntnis:
- Glaube an den einen Gott
- Glaube an Gottes Engel
- Glaube an Gottes Offenbarungen
- Glaube an Gottes Gesandte, die Propheten (Adam, Abraham, Jesus, Moses, Mohammed)
- Glaube an den Tag des Jüngsten Gerichts
- + bei den Sunniten: Glaube an die Vorherbestimmung

 

Pflichten im Islam:
Im Islam gibt es die fünf Säulen im Islam die die Pflichten eines jeden gläubigen Muslims sind:

-Das islamische Glaubensbekenntnis, in dem sich der Gläubige Muslim zum einen Gott, seinem Propheten Mohammed und der Offenbarung des Koran bekennt. Zweimal vor Zeugen in bewusster Überzeugung ausgesprochen wird man zum Muslim.
-Fünf Mal am Tag zu Beten. Der Muezzin ruft das Glaubensbekenntnis fünf Mal am Tag vom Minarett um die Gläubigen zum Gebet aufzufordern. Das Gebet wird vor Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, bei Sonnenuntergang und bei Einbruch der Nacht gebetet. Bevor man beginnt zu beten, muss einen Gebetsruf erschallt sein und der Gläubige muss sich rituell gewaschen haben. Freitags gibt es ein für Männer verpflichtendes Gemeinschaftsgebet in der Moschee. Die großen Moscheen in denen am Freitagvormittag die Gläubigen zusammen beten und die Predigt hören, nennt man Freitagsmoschee.
-Almosen für unter anderen Arme, Schuldner, Sklaven, Reisende.
-Fasten im Ramadan, dessen genauer Zeitpunkt sich jedes Jahr um 11 Tage verschiebt. Das Fasten beginnt am ersten Tag mit einem gemeinsamen Frühstück in der Familie, es wird der Koran rezitiert. Gefastet wird dann jeden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, wobei weder gegessen noch getrunken wird. Tagsüber sollte der Muslim so viel wie möglich Beten und sich mit den Gedanken der Buße auseinandersetzten. Traditionell wird das Fasten abends mit einem Glas Milch und einer Dattel gebrochen, danach spricht man das rituelle Gebet und darf dann bis zum nächsten Morgen wieder normal essen. Ausnahmen gibt es für Alte, Kranke, Kinder und Schwangere. Das Ende des Fastens wird mit einem großen Fest begangen. Am Morgen nach dem letzten Fastentag trifft man sich, spricht ein rituelle Gebet und genießt dann ein Festmahl von einer Vielzahl an Speisen und Getränken. Der Name „Zuckerfest“, wie das Fastenbrechen auch genannt wird, kommt von den vielen Süßigkeiten, die die Kinder an diesem Tag bekommen.
-Die Haddsch, die Pilgerfahrt nach Mekka, die ein jeder Muslim einmal in seinem Leben unternehmen und dabei siebenmal um die Kaaba laufen sollte.

Recht im Islam:
Die Scharia regelt alle Bereiche des Lebens eines Muslims. In ihr stehen alle göttlichen, unveränderlichen Regeln, die durch religiöse Gutachten und Lehrentscheidungen von hohen religiösen Führern nach dem Koran und der Sunna gedeutet und ausgelegt werden.

 

Das Opferfest:
Das größte Islamische Fest. Ca. 70 Tage nach dem Fastenbrechen feiert man dieses Fest zu Ehren der Hingabe des Menschen an Gott und gedenkt wie Abraham seinen Sohn Gott opfern wollte, von diesem im letzten Moment jedoch daran gehindert wurde. Zur Erinnerung an diese Geschichte wird in vielen Familien ein Schaf oder eine Kuh traditionell geschlachtet und gemeinsam zubereitet und gegessen. Je ein Drittel des Fleisches behält man selbst, ein Drittel gibt man an Verwandte und ein weiteres Drittel an Bedürftige. Viele gläubige Muslime spenden zusätzlich an diesem Tag große Summen für Bedürftige oder allgemeinnützige Einrichtungen.