Felsendom auf dem Tempelberg

File 96Der Tempelberg (Berg Moriah) gilt als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Jerusalems und ist gleichzeitig eine der umstrittensten heiligen Plätze der Welt. Er ist von Mauern umgeben, im Westen ist ein Teil dieses Gemäuers die Klagemauer.

Auf dem Tempelberg befinden sich die größte Moschee Jerusalems (die Al-Aqsa-Moschee) und der Felsendom. Dieser Dom ist ein Wahrzeichen Jerusalems und könnte symbolhaft für die Verbindung zwischen den drei großen Religionen des Landes stehen: Judentum, Christentum und Islam betrachten den Ort, an dem der Felsendom steht, als heilig.

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Hier befindet sich den verschiedenen Überlieferungen zufolge der Felsen, auf dem sowohl Abraham seinen Sohn opfern wollte als auch die Himmelfahrt des Propheten Mohammed stattgefunden haben soll. So wurde einst an dieser Stelle ein jüdischer Tempel errichtet, heute steht hier über dem besagten Felsen ein achteckiges muslimisches Bauwerk mit einem wunderschönen goldenen Kuppeldach. Bereits im Jahr 691 wurde das Heiligtum zum ersten Mal errichtet, viele Erneuerungen gab es, doch die Grundstruktur des Gebäudes ist gleich geblieben. Und die Fassade des Sockels beispielsweise soll aus der Errichtungsphase stammen. Die typischen blauen Fliesen wurden jedoch erst im 16. Jahrhundert angebracht, die gigantische Kuppel wurde in den 1960er Jahren vergoldet.

Nicht-muslimische Gäste können den Tempelberg täglich außer freitags besichtigen, wenn auch mit Einschränkungen. Der Zugang für Nicht-Muslime ist über das Dungtor (auch: Marokko-Tor) möglich, welches auch zur Klagemauer führt. Es gibt strenge israelische Sicherheitskontrollen hinter sich zu bringen, jedoch sind seit einiger Zeit keine Eintrittsgebühren mehr zu zahlen. Der Felsendom selbst sowie die anderen Gebäude auf dem Berg können nicht besichtigt werden, dennoch lohnt sich der Besuch des Tempelbergs – es gibt herrliche Baukünste aus verschiedenen Jahrhunderten zu bewundern und die große religiöse Bedeutung hinterlässt einen tiefen Eindruck beim Besucher. Gäste sollten ein wenig Zeit mitbringen, um die Atmosphäre auf dem Tempelberg wirklich wahrzunehmen.