Filme

Zahlreiche Bibelverfilmungen gibt es, die im heiligen Land Israel spielen. Heute jedoch haben die israelischen Regisseure den Ruf, hervorragende Film zu produzieren, die häufig gesellschaftskritisch sind. Fünf empfehlenswerte Filme werden hier vorgestellt.

Sallah – oder: Tausche Tochter gegen Wohnung von Ephraim Kishon
(1964) Der jemenitische Jude Sallah Shabati bringt seine große Familie nach Israel, mit der er in einer viel zu kleinen Unterkunft wohnen muss. Sallah lässt seine zahlreichen Kinder arbeiten und macht sich selbst ein schönes Leben. Seinen Job verliert er bald, seine Familie hat es schwer, sich an die Kultur vor Ort anzupassen. Ein ziemlich verarmter Israeli hält um die Hand von Sallahs Tochter an, als Gegenleistung bietet er jede Menge Tiere an. Eine unterhaltsame Komödie über Familienleben, Kulturschocks und scheinbar materielle Zwänge.

Yossi & Jagger von Eytan Fox
(2002) Dieses Drama erzählt die Geschichte von zwei israelischen Soldaten, die sich ineinander verlieben. Yossi ist der Vorgesetzte von Jagger, weshalb die beiden Männer ihre Liebesbeziehung verheimlichen müssen. Sie planen, erst nach Ende der Dienstzeit ein gemeinsames Leben zu führen. Dann kommt es zu einem Einsatz, bei dem die Patrouille Yossis angegriffen wird und Jagger ums Leben kommt. Ein einfühlsamer Film, der einen authentischen Blick auf den Alltag beim Militär zeigt, ohne ihn zu glorifizieren und das Thema Homosexualität sensibel anspricht. Der schöne Soundtrack rundet den Film gelungen ab.

Die syrische Braut von Eran Riklis
(2004) Der Film thematisiert die arrangierte Hochzeit zwischen Mona und Tallel. Sie ist daher problematisch, weil Tallel in Syrien lebt und Mona in dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen. Das bedeutet, dass Mona ihre Familie für immer verlassen muss. Die gesamte Verwandtschaft zieht mit Mona zur Grenze und trifft dort auf hartnäckige Beamte, die mit allerlei Bürokratie der Hochzeit im Weg zu stehen scheinen. Ein teils trauriger und teils komödiantischer Film, der den Einfluss von politischen Entscheidungen auf das Leben einzelner Menschen aufzeigt.

The Cemetery Club von Tali Shemesh
(2006) In diesem Dokumentarfilm wird eine Gruppe älterer Menschen porträtiert, die sich jeden Samstag auf dem großen Friedhof von Jerusalem trifft – Mount Herzl. Diese Menschen haben den Holocaust überlebt und versuchen nun, ihren Lebensabend erfüllt zu verbringen. Zu diesem Zweck tauschen sie sich literarisch und politisch auf dem Friedhof aus. Der Film zeigt das Leben einer Generation, die viel durchgemacht hat, er ist schwermütig und leicht zugleich.

Lemon Tree von Eran Riklis
(2008) Am Rande der Westbank lebt Salma Zidane, eine verwitwete Palästinenserin. Sie kümmert sich um die Zitronenbäume ihres verstorbenen Vaters. In unmittelbarer Nähe zu ihrem Zitronengarten zieht plötzlich der israelische Verteidigungsminister ein, weshalb man Salma den Garten wegnehmen möchte. Um ihre Zitronenbäume nicht zu verlieren, sucht sich Salma juristische Hilfe beim jungen Rechtsanwalt Ziad Daud, in den sie sich nach einiger Zeit verliebt. Zahlreiche Gerichtsverhandlungen finden statt, bei denen Salma internationale Solidarität aber auch die bittere Realität der israelischen Politik erleben muss. Ein spannendes und einfühlsames Drama mit einer hervorragenden Hiam Abbass in der Hauptrolle.