Judentum

Im Nachfolgenden wird eine kurze Übersicht über das Judentum sowie die wichtigsten Traditionen und Bräuche gegeben:

 

Judentum:
Das Judentum ist die erste moderne Monotheistische Religion (=d.h. eine Religion in der nur an einen einzigen Gott geglaubt wird) aus der das Christentum und der Islam hervorgegangen sind. Trotz einer im Vergleich recht kleinen Anzahl von ca. 13 – 15 Millionen Gläubigen, gilt das Judentum heute als eine der großen Weltreligionen. Was das Judentum dabei von den anderen Religionen unterscheidet ist die Tatsache, dass das Judentum nicht nur eine Religion ist, sondern auch ein Volk bezeichnet, welches sich durch eine gemeinsame Geschichte, Tradition, Werte und Religion definiert. Dabei unterscheidet man grob die vier größeren Gruppen Aschkenasim, mit vor allem deutschem und französischem Hintergrund, die Sephardin, von der iberischen Halbinsel, die Mezrahim aus dem Nahen Osten und die Teimanim, eine Gruppe von jemenitischen Juden.
Um Jude zu sein, muss man eine jüdische Mutter haben, sich zum jüdischen Glauben bekennen sowie keiner anderen Religion angehören. Zum Judentum überzutreten ist zwar möglich, aber recht schwierig. Das Judentum missioniert nicht.


Religion:
Die religiösen Überzeugungen der Juden sind in der Thora, die aus fünf Büchern besteht, schriftlich überliefert worden. Hinzu kommen die mündlichen Überlieferungen der Talmud, Texte, Lehrsätze und Kommentare von mehreren Tausend Personen. Hier findet man eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien, die von allen Juden mehr oder weniger streng, je nach Strömung verschieden, eingehalten werden. Dabei unterscheidet man grob zwischen den Orthodoxen, den Konservativen und den Liberalen. Die orthodoxen Juden legen die Thora dabei wörtlich aus und halten sich streng an alle Glaubensgrundsätze, Regeln und Feiertage. Die Konservativen sind etwas weniger streng und Modernisierungen gegenüber durchaus offen. Die Liberalen sehen die Gesetze als von Menschen gemacht an und wollen diese an die Gegenwart und die damit verbundenen Umstände anpassen.
Einer religiösen Gemeinschaft steht ein Rabbiner vor, der die Gottesdienste in der Synagoge leitet. Die offizielle Sprache in Israel, sowie die religiöse Sprache der Juden ist Hebräisch, teilweise wird in der Thora jedoch auch Aramäisch verwendet, die Sprache Jesu.
Einige grundlegenden Bräuche im Judentum sind das Beschneiden der männlichen Säuglinge am 8. Tag nach der Geburt, die Ehrung des Sabbats, d.h. des Freitag abends, sowie koscher zu essen.

 

Koscher essen:
(von hebr. Kascher = erlaubt) Koscher essen bedeute nach bestimmen in der Thora und im Talmud festgelegten Regeln Speisen zu zubereiten und zu essen. Das Essen wird dabei in reine, nicht reine und neutrale Speisen getrennt.
Reine Säugetiere sind alle Tiere die gespaltene Hufe haben und gleichzeitig Wiederkäuer sind. Damit sind Tiere wie Schweine, Kamele und Pferde unreine Tiere.
Bei Fischen sind nur solche Tiere rein, die Schuppen und Flossen haben. Aale oder Meerestiere wie Tintenfische und Aale sind dahingegen unrein und verboten.
Blut ist ebenfalls nicht rein und darf in keinem Fall gegessen werden. Alles Fleisch muss deshalb fachgemäß und sorgfältig geschächtet und anschließend gewaschen werden, werden damit möglichst alles Blut aus dem Fleisch entfernt wurde.
Außerdem gilt, dass Produkte von koscheren Tieren auch selbst koscher sind, Produkte von unreinen Tieren sind nicht koscher.
Bei der Zubereitung und dem Verzehr der Speisen gilt, dass dabei streng fleischhaltiges und milchhaltiges Essen getrennt werden muss.
Neutrale Produkte sind Gemüse und Obst, Getreide, Eier, Honig. Diese dürfen mit sowohl fleischhaltigen als auch milchhaltigen Speisen gemeinsam zubereitet und verzehrt werden.

 

Schabbat:
Der Freitagabend wird mit einem gemeinsamen Abendessen in der Familie gehangen. Kurz vor Sonnenuntergang zündet man Kerzen an und spricht festgelegte Gebete. Dabei hält man einen Becher mit rotem Wein und bricht das Brot.

 

Feiertage/Jahreszyklus:

 

Rosch HaSchana
(1. – 2. Tischri = September/Oktober)
Rosch HaSchana ist das jüdische Neujahrsfest, aber auch der Tag an dem Gott die Welt erschuf. Der Tag wird mit dem Blasen eines Widderhorns begonnen, das die Menschen zur Buße und Besinnung aufruft. Oft versendet man an diesem Tag Grußkarten an Freunde und Verwandte.


Jom Kippur
(10. Tischri)
Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag. Er wird zehn Tage nach dem Neujahrsfest Rosh HaSchana begangen und ist der „Tag der Versöhnung“ nach zehn Tagen der Buße. An diesem Tag fasten jüdische Erwachsene streng und sprechen Gebete um sich innerlich zu reinigen. Ein langer Ton auf dem Widderhorn beendet das Büßen, Fasten und den Festtag.

 

Sukkot
(15. – 21. Tischri)
Das Fest der Laubhütten, das zur Zeit der Weinlese als Erntedankfest begangen wird. Es werden kleine Hütten im Garten gebaut und Freunde und Verwandte eingeladen.


Chanukka
(25. Kislew – 2. Tewet = November/Dezember und Dezember/Januar)
Das jüdische Lichterfest wird in Erinnerung an die erneute Einweihung des Tempels in Jerusalem begangen. Man stellt achtarmige Leuchter ins Fenster, deren Kerzen unter dem Sprechen von Gebeten angezündet werden.

 

Purim
(14. Adar = Februar/März)
Wird in Erinnerung an die Errettung der persischen Juden gefeiert. Man verkleidet sich und besucht Festzüge, es finden viele Parties und Bälle statt.


Pessach
(15. – 22. Nissan = März/April)
Dieses Fest erinnert an den Auszug der Juden aus Ägypten. Es werden festliche Heimgottesdienste veranstaltet, man isst nur ungesäuerte Speisen sowie nichts, dass mit Getreide zubereitet ist.