Jerusalem

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Heilig und umstritten – die Hauptstadt Israels hat große symbolische Bedeutung für die Bewohner des Landes und ist einer der Knackpunkte im Nahost-Konflikt. Jüdische Israels und Palästinenser erheben zugleich Anspruch auf den Ostteil der Altstadt und machen damit einen Kompromiss bisher unmöglich. Bedeutung hat dieser Teil der Stadt vor allem, weil er für Christentum, Judentum und Islam zugleich heilige Plätze hat. El Kuds heißt daher auch die Stadt im Arabischen – „die Heilige“. Und auf Hebräisch trägt sie den Namen Yerushalayim, was sich mit „Ort des Friedens“ übersetzen lässt.

File 11Unzählige Sehenswürdigkeiten gibt es in Jerusalem, sodass man für den Aufenthalt in der Hauptstadt einige Tage einplanen sollte. Allein planlos durch die Altstadt und ihre Märkte (Souks) zu schlendern kann eine wahre Freude sein. Christliches, muslimisches, armenisches und jüdisches Viertel – jeder Teil der Altstadt hat seinen ganz besonderen Reiz. Vor allem bei christlichen Besuchern ist die Via Dolorosa beliebt. Hier kann man dem Leidensweg Christi vom Gerichtshof bis zum Kreuzigungsort folgen. Jeden Freitagnachmittag gibt es eine Prozession der Franziskaner, von denen einige ein hölzernes Kreuz tragen.

Und jährlich am Karfreitag erreicht dieses Spektakel seinen Höhepunkt, wenn das Leiden Christi von den zahlreichen Gläubigen nachempfunden und mit Klagen und Gebeten begleitet wird. Wichtige Gotteshäuser in der Altstadt Jerusalems sind die Annakirche, die Erlöserkirche und die Grabeskirche, die an jenem Ort steht, wo Jesu hingerichtet, begraben und auferstanden sein soll. Daher ist sie die wichtigste Stätte für Christen weltweit. Zur Altstadt gehört der Tempelberg mit dem Felsendom, der an einem für alle drei großen Religionen heiligen Ort steht. Dazu angegliedert ist die Al-Aqsa-Moschee, die jedoch für Nicht-Muslime nicht zugänglich ist. Und selbstverständlich steht in Jerusalem auch die Klagemauer, zu der täglich tausende Juden kommen, um Gott nahe zu sein.

File 27Zwischen Klagemauer und Via Dolorosa befinden sich unterirdische Gänge, die Hasmonäer-Tunnel, in denen es interessante Ausgrabungen zu besichtigen gibt. Das bekannteste Museum Jerusalems ist das Israel-Museum, welches faszinierende Gegenstände aus Archäologie, Ethnographie und Geschichte ausstellt. Die Davidszitadelle beherbergt das Museum für die Geschichte Jerusalems, außerdem gehört ein Turm zur Festung, von welchem aus man einen herrlichen Blick über die Altstadt hat. Seltsam mutet das Viertel der ultraorthodoxen Juden Jerusalems an - Mea Shearim. Es ist teilweise zu betreten, jedoch sind körperbedeckende Kleidung und unauffälliges Verhalten angebracht.

Der Ölberg (Mount of Olives) befindet sich östlich gegenüber der Altstadt und gewährt – einmal oben angelangt – wunderbare Ausblicke auf den alten Stadtkern Jerusalems. An seinem Westhang befinden sich der jüdische Friedhof sowie einige Kirchen, wie beispielsweise die Kirche der Nationen, die Klosterkirche Dominus Fleit sowie die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche, die an ihren goldenen Zwiebeltürmen deutlich erkennbar ist.

File 51Wer Politik in Vergangenheit und Gegenwart besser verstehen will, sollte auch der Knesset einen Besuch abstatten. Das Gebäude, in dem sich das Parlament Israels befindet, steht in unmittelbarer Nähe zum Obersten Gerichtshof in der Rothschild Street. Bei den geführten Touren erhält der Besucher einen guten Einblick in die Arbeit der Knesset-Mitglieder und kann an Orten Platz nehmen, auf denen historisch wichtige Entscheidungen getroffen wurden. Bemerkenswert ist außerdem das Foyer (der sogenannte Chagall-Saal) mit Mosaiken und drei großen Wandteppichen, die vom russisch-jüdischen Künstler Marc Chagall gestaltet wurden. Auf dem Gobelin werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des jüdischen Volkes dargestellt. Etwas außerhalb der Stadt liegt Yad Vashem, die große nationale Gedenkstätte für die Ermordung der Juden im Nationalsozialismus. Ein sehenswerter, wenn auch bedrückender Ort.